Das 1 x 1 der Folienkaschierungen

9. August 2018 von Graphische Betriebe Kip
Ein digital- oder offsetgedrucktes Printprodukt, wie z.B. eine Faltschachtel oder ein Anhängeetikett kann durch eine ein- oder beidseitige Folienkaschierung, die oftmals auch als Cellophanierung bezeichnet wird, vor Schmutz und Feuchtigkeit geschützt werden. Aber nicht nur der Schutz steht hier im Vordergrund, sondern auch eine hochwertige Optik bzw. besondere Haptik. Für diese Zwecke werden glänzende, matte oder auch Folien in Gold- oder Silberoptik eingesetzt. Das I-Tüpfelchen ist dann noch eine zusätzliche UV-Spotlackierung.

Wie kommt die Folie auf die Faltschachtel?

Bei einer Folienkaschierung wird das Papier bzw. der Karton vollflächig mit der gewählten Kunststofffolie überzogen. Bei der sogenannten Nasskaschierung wird ein Dispersionskleber auf die abgewickelte Folienbahn aufgebracht. Hohe Temperaturen und der nötige Druck sorgen dafür, dass sich die Folie und der Karton bzw. das Papier miteinander verbinden. Bei der Nasskaschierung werden Polypropylen-, PVC-, Acetat- oder Polyesterfolien eingesetzt. Welche dieser Folien eingesetzt wird, hängt von den späteren Verarbeitungsschritten ab.

Warum – Weshalb – Wieso?

Folienkaschierungen werden häufig eingesetzt, wenn das Druckprodukt besonders geschützt werden soll. Vor einiger Zeit haben wir eine Beratungs-Drehscheibe für Baumaterialien gedruckt. Unser Kunde wollte, dass dieses Beratungstool, welches durch Handwerker auf dem Bau größten Beanspruchungen ausgesetzt ist, besonders geschützt wird. Robustheit und Langlebigkeit standen ganz klar im Vordergrund! Hier wurde eine transparente Glanzfolie eingesetzt.

Unsere Kunden aus dem Kosmetikbereich verfolgen bei Faltschachteln hingegen eine andere Zielsetzung. Hier steht eine edle Optik und samtige Haptik im Vordergrund. Zum Einsatz kommen sehr oft Softtouch-Folien mit zusätzlichen UV-Spotlackierungen. Zwei gänzlich unterschiedliche Ansprüche, verschiedene Folienarten, aber das gleiche Verfahren.

Glanzfolien verstärken Intensität der Druckfarben

Eine edle Optik, eine Intensivierung der Farben und ein hoher Glanz stehen bei dieser Folie im Vordergrund und lassen sich bei einer Faltschachtelproduktion perfekt verarbeiten.

Mattfolie unterdrückt die Farbstärke

Der matte haptische Eindruck dieser Folie steht an erster Stelle. Aufgepasst! Die einfache Mattfolie ist kratzempfindlich. Wer diesen Nachteil beheben möchte, wählt eine kratzunempfindlichere Acetat-Mattfolie. UV-Spotlackierungen kommen bei diesem matten Untergrund besonders gut zur Geltung.

Soft-Touch-Folie – ein samtiger Eindruck

Hier überzeugt der haptische Eindruck. Hochwertig und samtweich wirkt Ihre Faltschachtel oder Ihr Anhängeetikett bei der Wahl dieser einzigartigen matten Folie. Diese edle Optik wird durch Akzente mit einer Spotlackierung gekonnt unterstrichen. Matt-Glanz-Effekte werden nicht nur sichtbar, sondern auch fühlbar.

Strukturfolien

Mattfoliencellophanierung mit Spotlack

Strukturfolien gibt es mit matter und glänzender Optik. Im Gegensatz zu den o.g. glatten Folien bieten diese eine Struktur, wie z.B. eine Leinenstruktur. Die Folien werden schon fertig angeliefert und auf Ihr Anhängeetikett kaschiert. Wenn Sie ganz individuelle Strukturen wünschen, z.B. eine bestimmte Holzmaserung oder auch eine besondere Betonoptik, so ist es besser, eine matte oder glänzende Standard-Folie zu wählen, die dann mittels UV-Lack Ihre Wunschoptik und Haptik erhält. Sichtbar und fühlbar für den ganz individuellen Auftritt.

Muster nicht nur zum Anschauen, auch zum Fühlen!

Unsere Fotos geben Ihnen einen ersten Eindruck über Folienart und deren Wirkung. Für das Fühlen der verschiedenen Oberflächen senden wir Ihnen gerne aussagekräftige Muster zu. Nur so können Sie einschätzen, wie sich Ihr Kunde fühlt, wenn er Ihre veredelte Faltschachtel, Ihr gedrucktes Anhängeetikett oder Ihre geschützte Drehscheibe in der Hand hält.

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