Verpackungen: Karton als Alternative zu Kunststoff! Was ist möglich?
Warum der Umstieg von Kunststoff auf Karton gerade jetzt relevant wird?
Die Diskussion um Verpackungsmaterialien ist nicht neu – sie hat sich aber in den letzten Jahren jedoch deutlich verschärft. Ein zentraler Treiber sind neue regulatorische Anforderungen auf EU-Ebene. Die kommende EU-Verpackungsverordnung PPWR stellt deutlich strengere Anforderungen an Recyclingfähigkeit, Materialeinsatz und Kreislauffähigkeit. Einen detaillierten Überblick dazu finden sie hier: Zur PPWR und den Auswirkungen auf Faltschachteln. Parallel dazu verändern sich auch die Anforderungen von Kunden und Handel, so sollen Verpackungen recyclingfähiger sein, Kunststoffe reduziert werden und nachhaltige Materialien gewinnen immer mehr an Bedeutung. Für viele Marken und Unternehmen ist Karton deshalb eine naheliegende Alternative.

Welche Vorteile Kartonverpackungen für Unternehmen bieten!
Nachwachsender Rohstoff
> Karton basiert überwiegend auf Holzfasern und ist damit eine faserbasierte Lösung.
Hohe Recyclingfähigkeit
> Für Karton existieren etablierte Sammel- und Verwertungssysteme mit sehr hohen Rückführungsquoten in Europa.
Gute Verfügbarkeit und etablierte Lieferketten
> Im Vergleich zu neuen Materialien ist Karton breit verfügbar und industriell erprobt.
Vielseitigkeit in der Anwendung
> Von Lebensmitteln bis zu Konsumgütern lassen sich zahlreiche Verpackungslösungen realisieren.
Starke Markenwirkung
> Karton bietet eine hochwertige Optik und Haptik sowie sehr gute Bedruckbarkeit.
Wo Kunststoff in Faltschachteln ersetzt werden kann!
In vielen Verpackungen finden sie heute noch Einsätze aus Kunststoff, aber das ist nicht immer notwendig. Wir setzen bei unseren Faltschachteln aus Vollkarton konsequent auf Produkteinsätze aus Vollkarton. In den meisten Fällen besteht dieser Kartoneinsatz, auch Nest genannt aus dem gleichen Material der Faltschachtel oder wir wählen bewußt eine stärkere Materialqualität für mehr Stabilität und Produktsicherheit. Gerade dort, wo die Verpackung primär der Organisation, dem Schutz beim Transport oder der Präsentation dient, ist Karton häufig die richtige Wahl!
Welche Verpackungen aus Kunststoff lassen sich ersetzen?
Am Point of Sale sieht man sie nach wie vor am meisten! Hängen Sie doch in jedem Regal und buhlen um das Interesse der potentiellen Käufer. Die Rede ist von Verpackungen mit einer Eurolochaufhängung, die jedoch noch nicht aus Vollkarton produziert wurden, sondern immer noch komplett aus Kunststoff bestehen. Man findet darin Schrauben, Scharniere, Bohrer uvm. Natürlich wurden in diesem Bereich in den letzten Jahren schon viele Kunststofflösungen durch Vollkartonausführungen ersetzt, aber immer noch nicht flächendeckend. Im Zuge der PPWR wird sich hier im Bereich der Aufhängeschachteln wahrscheinlich noch viel ändern, zeigen doch unsere Beispiele perfekte Aufhängeschachteln aus Vollkarton!
Wo liegen Grenzen einer Komplettlösung aus Vollkarton?
Trotz aller Vorteile gibt es klare Einschränkungen, die berücksichtigt werden müssen. Karton stößt an Grenzen bei hohen Feuchtigkeitsanforderungen, notwendigen Barriereeigenschaften (z. B. gegen Sauerstoff oder Fett), sehr hohen mechanischen Belastungen und bei transparenter Produktdarstellung. In solchen Fällen kann man nicht komplett auf den Einsatz von Kunststoff verzichten und es kommt zu sogenannten Hybridlösungen, wie z.B. bei Verpackungen mit Folienfenster. Wichtig ist daher immer eine anwendungsbezogene Bewertung – keine pauschale Entscheidung.
Lassen sich Verpackungsbestandteile aus Kunststoff durch Karton ersetzen?
Für Einkäufer hilft eine strukturierte Analyse. Die folgenden Fragen geben eine erste Orientierung:
- Welche Funktion erfüllt die Verpackung?
Geht es primär um Schutz, Transport oder Präsentation? - Welche Barriereeigenschaften sind notwendig?
Sind Feuchtigkeit, Sauerstoff oder Fett ein Thema? - Welche regulatorischen Anforderungen gelten?
Mit der EU-Verpackungsverordnung PPWR werden Recyclingfähigkeit und Materialwahl wichtiger! - Welche Nachhaltigkeitsziele verfolgt Ihr Unternehmen?
Ist die Reduktion von Kunststoff ein strategisches Ziel? - Welche Mengen und Prozesse sind betroffen?
Serienfähigkeit und Wirtschaftlichkeit spielen eine entscheidende Rolle.
Fazit: Karton wird zur strategischen Alternative
Karton ist kein universeller Ersatz für Kunststoff! Aber Vollkarton ist in vielen Anwendungen eine wirtschaftlich und ökologisch sinnvolle Alternative! Unternehmen, die sich frühzeitig mit möglichen Umstellungen beschäftigen, profitieren gleich mehrfach:
- bessere Vorbereitung auf regulatorische Anforderungen
- stärkere ökologischere Positionierung im Markt
- langfristige Planungssicherheit
Der entscheidende Schritt ist dabei nicht die sofortige Umstellung – sondern die systematische Prüfung der eigenen Verpackungslösungen.













